Einwohnerzahlen schrumpfen
24.02.2012 - HOFHEIM AM TAUNUS, KREISSTADT
Zweiwohnungssteuer macht sich bemerkbar
hofheim (mwo) - Stark kritisiert von Freien Wählern und der Linkspartei war im vergangenen Sommer vom Stadtparlament beschlossen worden, dass ab Januar 2012 die Zweitwohnungssteuer in Hofheim eingeführt wird, die Mehreinnahmen von rund 100 000 Euro einbringen soll.
Bei der aktuell vorgelegten Einwohnerstatistik, die zum Stichtag 31. Dezember 2011 erhoben wurde, macht sich die Zweitwohnungssteuer wie erwartet schon bemerkbar - in einigen Stadtteilen sogar ganz besonders deutlich. Während sich beispielsweise im kleinsten Ortsteil Wildsachsen die Zahl der Hauptwohnsitze von 1 646 Ende 2010 auf 1 653 Ende 2011 kaum nennenswert verändert hat, ist die Einwohnerzahl insgesamt - also die Zahl von Haupt- und Nebenwohnsitzen - im Vergleichszeitraum von 1 820 auf 1 684 geschrumpft und damit um knapp zehn Prozent gesunken.
Nun weicht die Zahl der Hauptwohnsitze von der Gesamteinwohnerzahl kaum noch voneinander ab. Genau dieser Effekt war bei der Einführung der Zweitwohnungsteuer befürchtet worden. Die Zahl der Zweitwohnungssteuer-Zahler ist nämlich mittlerweile sehr überschaubar. Auch im Stadtteil Langenhain, der die vergangenen Jahre noch als einziger Ortsteil ein stetiges Bevölkerungswachstum verzeichnen konnte, sieht es ähnlich aus.
Auch Bergdorf schrumpft
Erstmals seit Längerem gehen hier die Zahlen sogar nach unten. 3 615 Einwohner waren im Bergdorf Ende 2010 gemeldet. Ende 2011 waren es nur noch 3 425 Einwohner - also ein Minus von rund 200 Langenhainern, während die Zahl der Hauptwohnsitze sogar von 3 333 auf 3 364 noch leicht angestiegen ist.
Einen deutlichen Rückgang gibt es auch in Wallau, wo zum Stichtag Ende 2011 4 243 Einwohner gemeldet waren, von denen 4 195 ihren Hauptwohnsitz im Ländche gewählt haben. Ende 2010 waren es noch 4 611 Einwohner insgesamt (davon 4 194 mit Hauptwohnsitz). Wallau hat mit der Veränderung der Ortsbeiratsgrenzen im Frühjahr außerdem seinen Status als größter Ortsteil neben der Kernstadt verloren. Diesen Rang hat nun Marxheim inne, dem Hofheim-Süd zugeschlagen wurde. Damit liegt Marxheim mit seinen 8 960 Einwohnern (8 852 mit Hauptwohnsitz) an zweiter Stelle hinter der Kernstadt mit 14 115 Einwohnern (13 902 mit Hauptwohnsitz), die allerdings wegen der Einführung der Zweitwohnungssteuer auch kräftige Einbußen bei der Einwohnerzahl hinnehmen musste.
Weniger Einwohner insgesamt hat auch Lorsbach. Dort waren zum Stichtag 31. Dezember 2011 insgesamt 2 716 Einwohner gemeldet (2 680 mit Hauptwohnsitz), während es Ende März vergangenen Jahres noch insgesamt 2 946 Einwohner gegeben hat. Kräftig zurückgegangen sind auch die Zahlen in Diedenbergen, wo im Vergleich zum 31. März 2011 mit seinen insgesamt 4 183 Einwohnern (3 918 mit Hauptwohnsitz) zum Jahresende nur noch 3 929 Einwohner gemeldet waren (3 884 mit Hauptwohnsitz).
Insgesamt leichte Steigerung
Schaut man sich allerdings die Entwicklung bei den Hauptwohnsitzen in ganz Hofheim an, dann weisen die Zahlen entgegen dem demografischen Wandel immer noch auf ein leichtes Bevölkerungswachstum hin. Denn am 31. Dezember 2010 gab es 38 361 angemeldete Hauptwohnsitze, während genau ein Jahr später 38 530 Hofheimer mit Hauptwohnsitz gemeldet waren. Das entspricht einem Plus von knapp 200 Menschen.