Englisch mit Japanern und Skandinaviern
16.03.2010 - HOFHEIM
Flughafenprojekt der Gesamtschule Am Rosenberg
(svs) - "What's your nationality?" oder "What's your job?" gehörte zu den Fragen, die zwei sechste Klassen der GSAR (Gesamtschule Am Rosenberg) exotisch aussehenden Passanten am Flughafen stellen sollten. Mit Kameras und Aufnahmegeräten ausgestattet interviewten sieben Gruppen mit vier Schülern (zwei Mädchen, zwei Jungs) wartende Fluggäste und Angestellte im Rahmen des Englischunterrichts.
Nachdem die anfängliche Hemmschwelle, einen Fremden an zu sprechen und das auch noch in einer fremden Sprache, überwunden war, gelang es den jungen Schuljournalisten einige interessante Persönlichkeiten ans Mikrophon zu locken. Eine Moderatorin von RTL w, einen Angestellten des Sicherheits-dienstes, eine Englischlehrerin aus Frankreich, eine Thailänderin und eine Lettin, die in Deutschland studiert, gehörten zu den ausgesuchten Gesprächspartnern.
"Manche habe ich zuerst kaum verstanden", meint Julian. Japaner waren besonders schlecht zu verstehen, Skandinavier dagegen besonders gut. Ziel des Projekts war es, aktiv die englische Sprache in einem fremden Umfeld zu trainieren und sich am Flughafen zu orientieren.
Schon zwei Wochen vor dem Ausflug zum Flughafen hatten die Vorbereitungen begonnen. Fragen und Antworten wurden eingeübt, Piktogramme, die es einfacher machen, sich am Flughafen zurecht zu finden, wurden entschlüsselt. Beispielsweise das Zeichen für "meeting point" (Treffpunkt), "baggage claim" (Gepäckrückgabe) und viele andere.
Auch Berufe, die am Flughafen möglich sind, waren Thema. Schnell war klar, dass es weitaus mehr gibt als Stewardessen und Piloten.
Bei der Fahrt übers Rollfeld, die von einem sehr engagierten Fraportmitarbeiter geleitet wurde, fand Julian den Beruf des Fluglotsen sehr attraktiv. Beim Sicherheitsdienst alle Personen abzusonden erschien weniger aufregend, obwohl es eine Wissenschaft für sich ist zu unterscheiden, ob das Kontrollgerät nur auf einen Ohrring reagiert oder ob tatsächlich eine Schusswaffe geschmuggelt wird. "Ich würde doch am Liebsten Stewardess werden, wenn es ein Beruf am Flughafen sein soll", meint Schülerin Hanna überzeugt. Auch bei den Jungs gehört der Pilot nach wie vor zu den begehrtesten Berufen am Flughafen.
Schalterdienst möchte keiner gern machen, darin sind sich alle einig, unattraktive Arbeitszeiten, langweilige Arbeit und schlechte Bezahlung sind eindeutige Punkte dagegen.
Insgesamt fanden alle Schüler das Projekt Flughafen aufregend. Für die beiden Lehrkräfte Jutta Röder und Gerda Kampschroer bedeutete das erheblichen organisatorischen Aufwand. Jedoch war es für die beiden sechsten Klassen ein Zugewinn fremdsprachliche Erfahrungen und Eindrücke von Berufsbildern außerhalb des Klassenzimmers zu sammeln.
Nach Auswertung der englischen Interviews fand das Flughafenprojekt im Kunstunterricht visualisiert einen krönenden Abschluss. Aus zahlreichen Fotos wurden Plakate, die noch lange an ein gelungenes Projekt und einen außergewöhnlichen Tag am Flughafen erinnern werden.