Zehn-Punkte-Programm
28.05.2010 - HOFHEIM
SPD macht sich für erneuerbare Energien stark
(mwo) - Während am Wäldchestag-Vormittag bereits der Rücktritt von Ministerpräsident Roland Koch durch die Medien ging, hat die SPD Hofheim einen im Unterbezirk einmaligen Vorstoß in Sachen erneuerbare Energien unternommen, mit dem sich die Kreisstadt des Main-Taunus-Kreises parteiübergreifend und mit viel Bürgerbeteiligung noch stärker in diesem Bereich engagieren soll.
Unter dem Motto "Global denken, lokal handeln" hat eine sechsköpfige Arbeitsgruppe der Hofheimer Sozialdemokraten rund um den neuen Vorsitzenden Alexander Tulatz ein Zehn-Punkte-Programm zur Information und Diskussion erarbeitet, das, zusammengefasst in einer Broschüre, anregen soll zu mehr Nachhaltigkeit. Zeitnahe Fortschritte vor Ort voran zu treiben sei nach der "Null-Lösung" des Klimagipfels in Kopenhagen, von der viele enttäuscht seien, besonders wichtig, betonte Tulatz.
Mit ihrem Zehn-Punkte-Programm will die SPD Hofheim aber auch einen Kontrapunkt setzen zum Trend in der schwarz-gelben Bundespolitik, die es nicht mehr eilig habe mit dem Ausstieg aus der Atommeiler-Laufzeit und die Solar-Förderung zurückfährt. Deshalb habe der SPD-Unterbezirk beschlossen zu handeln.
In Hofheim sei bereits recht früh das Thema ökologische Energie angegangen worden. Tulatz verwies dabei auf die zwei Bürger-Solaranlagen und die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Rathauses, das seit Beginn des Jahres zudem von einer Holzpellet-Heizung versorgt wird. Außerdem hätten auch die energetischen Sanierungen der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft zu erheblichen Einspareffekten geführt, lobte der neue SPD-Vorsitzende. Der erste Nachhaltigkeitsbericht mache aber auch deutlich, dass hinsichtlich der Nutzung von Sonnenenergie noch Aufholbedarf vorhanden sei.
Die Broschüre des Hofheimer Ortsvereins sei vorbildlich, hob Nancy Faeser hervor, die als Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD Main-Taunus zur Unterstützung des Vorstoßes angereist war. Sie hofft, dass das Zehn-Punkte-Programm auch in anderen Orten Nachahmer findet.
Über kurzfristiges Parteidenken hinweg und fernab von Sonntagsreden solle das Zehn-Punkte-Programm als Informations- und Diskussionspapier bei Bürgern, Parteien und Interessenverbänden dienen, die alle herzlich eingeladen seien, sagte Tulatz. Die Arbeitsgruppe, die das Papier ausgearbeitet hat, hat ganz bewusst keine fertigen Konzepte ausgearbeitet, sondern will Denkanstöße geben.
Als Anfangsziel hat sich die SPD-AG Öko-Energie die Einrichtung eines kommunalen Energiekonzepts, ähnlich wie in Kelkheim, gesteckt. In diesem Energieausschuss sollen Vertreter der verschiedenen betroffenen Verwaltungsbereiche und interessierte Bürger aus Vereinen und Politik bei allen relevanten Fragen rund um Energieleistungen eingebunden werden. "Zuhören steht dabei am Anfang", betonte AG-Mitglied Winfried Hölzer. Die kostenlose Bereitstellung von kommunalen Dachflächen für die Nutzung von Sonnenenergie könnte auch der aktuellen Lage im Stadtsäckel zu gute kommen, ist sich die Öko-Energie-AG sicher. Die Hofheimer SPD will auch über Infostände das Bewusstsein dafür schärfen, dass Bürger und Vereine mit erneuerbaren Energien Geld sparen können.