Friedhofsgebühren im Vergleich
24.08.2010 - HOFHEIM
Steuerzahlerbund hat neue Studie herausgegeben
(mwo) - Der frisch erschienene Vergleich der Bestattungsgebühren des Hessischen Bundes der Steuerzahler dürfte auch in Hofheim wieder die Diskussion um die Friedhofsgebühren anheizen. Denn immer wieder wird insbesondere von den Ortsbeiräten gefragt, warum beispielsweise Urnenbestattungen so teuer sind, auch wenn dort nur ein Eimer Erde bewegt wird. Aktuell ist das Thema auch deshalb in Hofheim, weil momentan über die Anlage des alten Friedhofs in Lorsbach zu einem Urnenpark und über den Neubau der Trauerhalle Marxheim entschieden wird. Dabei wird es dann auch um solche Fragen gehen, ob eine neue Trauerhalle für rund eine halbe Million Euro gerechtfertigt ist angesichts der geringen Zahl von Bestattungen im Ortsteil pro Jahr und ob tatsächlich solch eine Infrastruktur im Bestattungswesen auf allen Friedhöfen vorgehalten werden sollte angesichts der leeren öffentlichen Kassen. Und wie lässt sich all dies über die Gebühren abbilden? Passgenau kommt da die Forderung des Steuerzahlerbundes, dass die Gebühren im Friedhofswesen nicht nur angemessen, sondern auch nachvollziehbar sein müssen. Diese Forderung erscheint plausibel, denn beim Vergleich der Bestattungsgebühren von 52 hessischen Kommunen über 20 000 Einwohner gab es erhebliche Unterschiede. Das zeigt sich auch im Kreis, in dem einmal mehr Kelkheim mit 5 090 Euro Spitzenreiter ist bei den Gebühren für Grabnutzung und Beisetzung bei Erdbestattungen im Wahlgrab. Auf den vordersten Plätzen stehen bei dieser Grabart auch Hattersheim, Bad Soden und Flörsheim. Dort liegt die Bandbreite zwischen knapp 4 300 und 3 900 Euro, während die Stadt Hofheim mit 2 837 Euro in punkto Gebühren wesentlich weniger verlangt. In Herborn und Haiger sind diese Bestattungsgebühren mit gut 1 000 Euro am günstigsten. Große Unterschiede gibt es aber auch bei Urnenbestattungen, die im Hinblick auf den demografischen Wandel und die Veränderungen in der Bestattungskultur immer mehr im Trend liegen. Auch hier nimmt Kelkheim wieder einen Spitzenplatz ein. Mit 1 795 Euro verlangt Kelkheim die höchsten Gebühren für die Grabnutzung und Beisetzung bei Urnenbestattungen im Reihengrab dicht gefolgt von Bad Soden und Hattersheim. Dass der Kreis einer der wohlhabendsten Deutschlands ist, scheint sich auch an den Bestattungsgebühren festzumachen. Für den Bund der Steuerzahler, der die Studie „Friedhofs- und Bestattungsgebühren“ zusammen mit der Verbraucherinitiative Aeternitas auf den neuesten Stand gebracht hat, lassen die Gebührenunterschiede allerdings keine Aussage darüber zu, ob die Gebührenhöhe bei den einzelnen Bestattungsarten angemessen ist oder nicht. Dazu seien erhebliche Detailkenntnisse über die örtlichen Gegebenheiten der Friedhöfe, die Nutzungsdauer der Gräber und eine genaue Überprüfung der jeweiligen Kalkulationsunterlagen notwendig. Deshalb sehen der Bund der Steuerzahler und Aeternitas die politisch Verantwortlichen in der Pflicht, die Gebührenkalkulation kritisch zu überprüfen und auf eine verbraucherfreundliche Ausgestaltung zu achten. Wie es die Stadt Hofheim mit den Gebühren hält, lesen Sie in der nächsten Ausgabe.