Frühes Weihnachtsgeschenk
07.09.2010 - HOFHEIM
Südausgang des Bahnhofs soll endlich ausgebaut werden
(teko) - „Ich kann nur sagen, der Magistrat war überrascht”, sagt Stadtrat Heinz Friedrich Hof bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Süd. Dass das langersehnte Uhrtürmchen in der Rheingausstraße Ecke Mainzer Straße nun doch so schnell stehe, damit hätte man bei der Stadt nicht gerechnet. „Es ist irgendwie zum Selbstläufer geworden“, erklärt Ortsvorsteher Franz Bock. Jahre lang hat man über die Möglichkeit der Wiederaufstellung des Uhrtürmchens nachgedacht, besonders über die Finanzierung. Da die Werbefirma das Türmchen nun selbst aufgestellt habe, keine weiteren finanziellen Mittel notwendig waren und auch alles rund um die Frage, ob eine Baugenehmigung nötig sei oder nicht, schon vor drei Jahren geklärt wurde, musste der Magistrat nicht weiter in die Planung eingebunden werden und zeigte sich nun erstaunt über den neuen Zeitmesser in Marxheim. „Sonst ist es immer andersrum und wir werden vom Magistrat überrascht“, schmunzelt Günter Mündemann. „Strich drunter, die Aktion ist erledigt“, sagt Bock und legt die Uhrtürmchengeschichte zu den Akten.
Ebenfalls abhaken kann der Ortsbeirat Süd seine Sorgen um Kinderwagen- und Rollstuhlfahrer in der Rheingaustraße. Die Autos hatten oft so dicht auf dem Bürgersteig geparkt, dass kein Durchkommen mehr war. Nun sind an Ort und Stelle Parkplatzmarkierungen vorhanden, so dass jeder weiß, wie er sich platzieren darf.
Nicht so klar ist, wie man als Mensch mit Sehbehinderung unbeschadet die Hofheimer Straßen überqueren kann. Denn bei manchen Ampeln, so auch in der Rheingaustraße, ist es nicht nur erforderlich, den gewohnten Schalter zu drücken, damit die Amplet grün wird. Für ein zusätzliches akustisches Signal müssen Sehschwache einen extra Knopf am unteren Ende des Ampelschalters bedienen. „Das ist wichtig zu wissen“, betont Ortsvorsteher Bock.
Ebenfalls wichtig zu wissen ist dem Ortsbeirat, wie es um den barrierefreien Umbau des Südausgangs des Hofheimer Bahnhofs steht. Die Rückmeldung des Magistrats ist positiv. „Es ist ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für den Ortsbeirat“, sagt Stadtrat Hof. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr hat die Förderung Maßnahme bewilligt. Der Förderbescheid wird noch im September erwartet. Auch die Ausschreibungen starten noch in diesem Monat, damit schon gleich im Oktober mit dem Bau der Rampe begonnen werden kann. Nach und nach sollen dann eine neue Treppe, ein Aufzugsschacht und weitere Ausbaumaßnahmen bis hin zur Rheingaubrücke folgen. Im Frühjahr 2012 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.
Positive Rückmeldung
„Vor zwei Jahren waren wir schon fast einmal so weit, jetzt geht alles wirklich durch“, sagt Hof. „Ein Zehnjahresprojekt beziehungsweise das Hauptprojekt des Ortsbeirats Süd wäre dann endlich beendet“, freut sich Ortsvorsteher Bock. Und das noch kurz vor der Fusion der Ortsbeiräte Süd, Nord und Marxheim zu den zwei Ortsbeiräten Kernstadt und Marxheim. Ein kleines weiteres Problem des südlichen Ortsteils hat sich in Luft aufgelöst. Sahen die Mitglieder des Ortsbeirats dringenden Bedarf, den Platz bei den Kleidercontainern in der Frankfurter Straße zu pflastern, ist das nun nicht mehr nötig. Die Container sind weg. „Die Firma hatte keine Genehmigung, die Container auf öffentlichem Grund aufzustellen“, erklärt Hof. Das sei nur wenigen gemeinnützigen Organisationen erlaubt. Die Firma musste ihre Container deshalb entfernen.
Noch nicht in Luft aufgelöst hat sich das Verkehrsproblem an der Einmündung Schweriner Weg und Königsberger Weg. Diese Ecke würde oft für Wendemanöver genutzt, insbesondere von Eltern, die ihre Kinder zur nahe gelegenen Schule fahren. Der Ortsbeirat beantragt deshalb die Erhöhung der dort bereits vorhandenen Verkehrsinsel. Das mache ein Wenden an dieser Stelle unmöglich. „Das ist in dieser unübersichtlichen Situation besser, bevor noch etwas passiert“, sagt Bock.