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Hofheim 

„Stolpersteine des Gedenkens“

16.11.2010 - HOFHEIM

Großes Interesse an Themenabend vor dem Volkstrauertag

(mwo) - Wie in ganz Deutschland fanden am Sonntag auch auf dem Waldfriedhof in Hofheim sowie den Mahnmalen in den Stadtteilen Gedenkfeiern zum Volkstrauertag statt. Stellvertretend für die vielen Gedenkfeiern berichtet die HOFHEIMER ZEITUNG in diesem Jahr von der Gedenkfeier in Wallau. Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag, weshalb am Sonntag auch in Hofheim die Stadt zu den Gedenkfeiern auf dem Waldfriedhof und den Friedhöfen in den Ortsteilen eingeladen hat. Er wird seit 1952 zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen und erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen.

Dabei ist in den letzten Jahren vermehrt festzustellen, dass gerade jüngere Menschen mit diesem Gedenktag nicht mehr viel anzufangen wissen. So waren es dann auch im größten Stadtteil hauptsächlich ältere Menschen, die zur Gedenkfeier erschienen waren. Im Vorfeld haben jetzt aber die Wallauer bewiesen, dass es durchaus gelingen kann, auch jüngere Menschen für das Leid der Vergangenheit zu sensibilisieren.

„Dieser Volkstrauertag ist - lassen Sie mich das einmal so sagen - ein Stolperstein des Gedenkens im Jahreslauf“, betonte Pfarrer Gerhard Hofmann bei der Gedenkfeier auf dem Friedhof nach den Ansprachen von Außenstellenleiterin Inge Sternberger und Ortsvorsteher Benjamin Hauzel sowie dem Vorsitzenden des VdK-Ortsverbandes, Diethard Zietlow, die feierlich vom Musikzug Wallau unter der Leitung von Kilian Düring umrahmt wurden. Es sei unverzichtbar für ein Volk, die Trauer um die unzähligen Toten, Ermordeten, Vermissten und vom Krieg Gezeichneten öffentlich zu mache, sagte der Evangelische Seelsorger. Stolpersteine seien im Gedenken an jüdische Mitbürger auch in Wallau verlegt worden, betonte Hofmann im Hinblick auf die Veranstaltung im Evangelischen Gemeindezentrum im Vorfeld des Volkstrauertages.

„Ein solcher Stolperstein ist dieser Tag, der die Erinnerung nicht zuletzt an die aus unserem Dorf Gefallenen und Getöteten wach hält.“ Krieg habe seinen Preis und der müsse gerade am Volkstrauertag ausgesprochen werden. „Die jungen Menschen der Nachkriegsgenerationen müssen davon hören, denn sie sollen wirklich wissen, was Krieg ist.“ Er begrüße es sehr, dass bei der Veranstaltung „Stolpersteine“ eine ganze Reihe von Konfirmanden dabei gewesen seien und erfahren konnten, was Geschichte erzähle und lehre, so Hofmann.

Themenabend vor Gedenkfeier

Und das könnte im Hinblick auf die Gedenkfeiern zur Reichspogromnacht und den Volkstrauertag durchaus auch in anderen Stadtteilen Schule machen. Denn auch im übrigen Hofheimer Stadtgebiet wurden Stolpersteine vom Künstler Günter Demnig verlegt, der seit 1997 überall in Deutschland auf diese Art und Weise zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus anregt. In Wallau wurden die letzten Stolpersteine im Mai verlegt und zwar in der Bachgasse 4, der Taunustrasse 35 und in der Wiesbadener Straße 8. Davor waren bereits in der Langenhainer Straße 14 und in der Bleichstraße 14 solche Gedenksteine verlegt worden. Aber was für tragische Schicksale stecken eigentlich hinter den Stolpersteinen, die an jüdische Mitbürger in Wallau erinnern sollen?

Auch zu der Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Wallau waren am Sonntag überwiegend ältere Menschen gekommen. Dass zumindest im Vorfeld auch Jüngere für die Schicksale der Opfer von Kriegen und Verfolgung sensibilisiert werden können, das hat allerdings der Themenabend zu den „Stolpersteinen“ bewiesen, der von Pfarrer Gerhard Hofmann im Vorfeld initiiert worden ist. Foto: mwo

Auch zu der Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Wallau waren am Sonntag überwiegend ältere Menschen gekommen. Dass zumindest im Vorfeld auch Jüngere für die Schicksale der Opfer von Kriegen und Verfolgung sensibilisiert werden können, das hat allerdings der Themenabend zu den „Stolpersteinen“ bewiesen, der von Pfarrer Gerhard Hofmann im Vorfeld initiiert worden ist. Foto: mwo Vergrößern

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