Des Sehens Wert
24.08.2010 - HOFHEIM
Fünf Künstler sprechen für sich
(ims) - Die Great Highland Pipe spielte einer von Hofheims bekanntesten Künstlern und Musikern für seine „Kollegen“, die Maler - Thomas Zöller eröffnete musikalisch die aktuelle Ausstellung im Rathaus-Foyer. „Fünf Künstler - Fünf Malstile“ ist der Titel der temporär zusammengestellten Werkesammlung von vier Hobby-Künstlern und einem Profi. Der international bekannte Maler Dimiti Vojnov brachte seine teils sehr großformatigen Gemälde aus seinem Atelier am Zauberberg in Ruppertshain mit.
Dimitri Vojnov, Renate Engels (Hofheim), Hans-Joachim Wagler (Schwalbach), Erzsebet Siepert (Bad Soden), Irmtraud Korf (Kelkheim) zeigen, was sie malen und mögen, die Ergebnisse ihres Sehens.
Die Spanne reicht von romantisch, über sinnlich bis hin zu surrealistisch und kraftvoll.
Besonders feine Bilder, dem Stil von Carl Spitzweg sehr ähnlich, zeigt Hans-Joachim Wagler. Seine Szenen aus Städten sehr detailverliebt in hellen Farben, teilweise mit südlichem Flair, sind kleinformatig, aber wirkungsvoll. Die Malerei ist ihm wichtig, seitdem er in Rente ging, und er lernte im Malkursen, zu seinem Stil zu finden.
Die Kelkheimerin Irmtraud Korf verbreitet Freude mit Blumen in vielfältigsten Größen und Farben auf der Leinwand. Diese strahlende Gemälde sind das Ergebnis von intensiver Auseinandersetzung mit Acryl- und Aquarellfarben über Jahre hinweg.
Renate Engels aus Hofheim, lernte bei Hermann Haindl neu und bewusst zu sehen. Meditativ und konzentriert widmet sie sich ihren Motiven, findet immer zu einem eigenen Ausdruck von dem was sie beschäftigt, Farbenspiele und Farben an sich spielen eine große Rolle.
Auch für die gebürtige Ungarin Erzsebet Siepert ist der Ausdruck über Malerei wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Seit mehr als zwanzig Jahren schon. Eher kühl, aber höchst ästhetisch und aufs Wesentliche beschränkt wirken ihre Werke. Für die Augen und den Kopf ist jedoch genügend Beschäftigung durch das Bild gegeben. Ständig auf der Suche nach Neuem, mag es die Künstlerin, den Beobachter bei jedem Bild mit einer neuen Idee oder einem neuen Phänomen zu überraschen.
Für die vier Maler ist es ihre erste Ausstellung. Der in Bulgarien geborene Dimiti Vojnov stellte seine Werke bereits international, in Wien, Paris, Bilbao oder Genf aus.1986 verließ er seine Heimat und fand in Deutschland sein neues Zuhause.
„Wenn ich male, denke ich nicht, so entstehen meine Bilder“, meint er. Das Finden liege ihm mehr als das Suchen, fügt er an und meint damit seine enorme Spontanität, die ungewöhnliche und einzigartige Eindrücke auf Leinwand bannt.
Sehr präzise und realitisch sind diese surrealen, höchst stilvollen und ästhetischen Impressionen einer Welt, die der Phantasie und Intuition von Vojnov entspringt. Meistens sind sehr amüsante Szenen von Personen, die extravagant in Landschaften, Gruppen oder an ungewöhnlichen Orten mit originellen Arragements zu sehen. Und wer genau hinsieht, entdeckt ein klein wenig Zeitkritik und Ironie darin. „Ich habe mich der Malerei verschrieben, wie ein Mönch seiner Kirche. Ich bin kein Maler, ich bin ein Beichtender“, bekennt Dimitri Vojnov. Betrachter finden das Ergebnis inspirierend und erfrischend, manchmal auch irritierend.
Erst vor zwei Monaten entstand ein Thomas Zöller Porträt, Vojnov bannte den Dudelsackspieler großformatig auf Leinwand.
Die Ausstellung ist ein wirkliches Fest für die Augen und durchgehend, auch an den Wochenenden, im Rathaus-Foyer noch bis zum 9. September anzusehen. Die Öffnungszeiten sind in der Woche von 9 bis 12 Uhr, dienstags zusätzlich von 16 bis 18 Uhr, an den Wochenenden von 11 bis 17 Uhr.